Aktuelle globale Exportlage
*Stand 14.11.2025
❗Geplante Exportkontrollen für Holmium & Co. vorerst gestoppt
Am 8. November 2025 sollten in China neue, verschärfte Exportkontrollen für fünf weitere Seltene Erden in Kraft treten – darunter insbesondere Holmium (Ho), ein kritischer Bestandteil vieler hochkoerzitiver NdFeB-Magnete.
Doch nur wenige Tage vor Inkrafttreten wurde die Maßnahme vorerst ausgesetzt.
Grundlage für die Entscheidung war die Ankündigung Nr. 57/2025 des chinesischen Handelsministeriums, welche ursprünglich den Export folgender Elemente regeln sollte:
➜ Holmium (Ho)
➜ Erbium (Er)
➜ Thulium (Tm)
➜ Europium (Eu)
➜ Ytterbium (Yb)
Nach intensiven Gesprächen zwischen China und den USA wurde die Umsetzung vorerst bis November 2026 verschoben. Die Aussetzung betrifft auch die ursprünglich geplanten extraterritorialen Vorschriften, wonach selbst ausländische Produkte mit chinesischem Material eine Exportlizenz benötigt hätten.
Was bleibt bestehen?
Unverändert gültig bleiben die Exportkontrollen für sieben weitere Seltene Erden, die bereits im April 2025 eingeführt wurden:
➜ Samarium (Sm)
➜ Gadolinium (Gd)
➜ Terbium (Tb)
➜ Dysprosium (Dy)
➜ Lutetium (Lu)
➜Scandium (Sc)
➜Yttrium (Y)
Für diese Materialien ist weiterhin eine staatliche Genehmigung erforderlich, begleitet von detaillierten Prüfprozessen und Kennzeichnungspflichten („Dual-Use Item“).
Zudem gelten strikte Einschränkungen bei sensibler Endverwendung (z. B. militärisch oder strategisch relevant). In solchen Fällen werden Exportanträge in der Regel abgelehnt.
Unsere klare Empfehlung: Strategisch denken – und jetzt handeln
Obwohl die akuten Exportauflagen für Holmium & Co. vorübergehend entschärft wurden, bleibt die Situation volatil und geopolitisch geprägt. Unternehmen mit hohem Materialbedarf oder komplexen Magnetlösungen sollten diese Phase nutzen, um:
- Lieferketten zu prüfen und abzusichern
- Langfristige Bedarfsmengen strategisch zu planen
- seltenerdfreie oder exportunabhängige Alternativen zu evaluieren
- Flexibilität durch Zwischenlagerung oder Rahmenabsprachen zu gewinnen
Warum ist Holmium so kritisch?
Holmium wird vor allem in ultrahochkoerzitiven Graden von NdFeB-Magneten verwendet. Diese kommen überall dort zum Einsatz, wo hohe Temperaturen und starke Entmagnetisierungsfelder auftreten – insbesondere in der Elektromobilität, Luftfahrt und Medizintechnik.
Typische Grade, die Holmium enthalten, sind:
H-Graden (hohe Koerzitivfeldstärke): z. B. 48H, 45H, 42H, 40H – beliebt in Antriebsmotoren für E- und Hybridfahrzeuge
SH- und UH-Graden (Super-/Ultra-Hoch): z. B. 33SH, 35SH, 30UH – ausgelegt für den Betrieb über 200 °C